Umgang mit frisch verwaisten Eltern




Versuche nie die Gefühle
eines Anderen zu verletzen
denn Gefühle sind aus Glas
wenn sie zerbrechen
zerschneiden sie
die Seele






Liebe Familie, Verwandte, Freunde, Nachbarn, Kollegen und und und. Ragt doch Umgangangst, Sprachlosigkeit und Hilflosigkeit vor und weiß man sich nicht zu verhalten. Kinder und Tod ist immer noch ein Tabuthema und viele können nicht damit umgehen. Kommen mit den eigenen Gefühlen nicht klar, wie soll man dann auch noch mit den Gefühlen der Eltern, Geschwister und der restlichen Familie fertig werden? Viele von uns verwaisten Eltern mussten die Berührungsängste der Mitmenschen, Freunde, Bekannte und Kollegen erfahren. Es tut zusätzlich weh, aber wer wird schon gerne gemieden?
Sicher können wir es verstehen, aber wir brauchen Euch! Haben wir doch auch Angst, Angst dass wir den Schmerz nicht aushalten können. Er ist so unsagbar groß, nicht in Wort zu fassen, wir können nicht noch mehr Schmerz ertragen. Seid für uns da, bitte. Wir sind immer noch die gleichen Personen, haben uns nicht geändert. Nur, stecken wir in einer Sackgasse und müssen lernen mit der neuen Situation, mit dem Verlust zu leben. Müssen einen Weg finden, denn es gibt keinen Weg zurück, keinen Wegweiser und es gibt so viele Wege. Aber welcher ist der Richtige für einen selbst und wie findet man ihn überhaupt?



Es wäre so schön, wenn Ihr uns nicht aus dem Weg geht und für uns da seid.




  • Sei einfach da. Es muss nicht immer über das Kind oder die Trauer gesprochen werden, es kann auch still sein.
  • Sei da und versorge einfach die anderen Kinder, koch ihnen ein Mittagessen. Macht Hausaufgaben, bringt die Kleinen in den Kindergarten und holt sie ab.
  • Putz die Fenster oder die Schuhe.
  • Geh einkaufen, denn trotz des unmenschlichen Schmerzes muss der Alltag weiter gehen.
  • Hör einfach zu, wenn die Eltern reden möchten.
  • Geh auf die Eltern und deren Bedürfnisse ein, hör genau hin.
  • Sei einfach da, es hilft so sehr. Grenz uns nicht aus.

Bitte sagt den Eltern nicht Dinge wie:
  • Ihr seid noch jung und könnt noch weitere Kinder bekommen.
  • Es ist besser so!
  • Wer weiß wofür es gut ist?
  • Besser jetzt, als wenn das Kind noch älter gewesen wäre.
  • Mein Gott, du warst doch erst am Anfang der Schwangerschaft.
  • usw.



Es kann nichts gut daran sein, wenn ein Kind stirbt. Wir verwaisten Eltern haben unsere Kinder so geliebt wie sie waren. Egal ob gesund, krank, behindert oder ob man sich darauf einstellen konnte oder nicht. Manche sagen, der und der Tod sei schlimmer als der andere. Wer will die Trauer messen? Wenn ich mich frage, wäre es schlimmer , wenn mein Kind spielen geht und einen Unfall mit tödlichem Ausgang hat oder ob mein Kind lange krank ist und ich hilflos zusehen muss wie mein Kind stirbt. Nein, wir möchten da keine Skala aufstellen und sagen was schlimmer ist. Schlimm ist, der Verlust des Kindes. Schlimm ist, ohne das Kind leben zu müssen. Bitte helft ihnen, lasst sie nicht stehen. Sie brauchen DICH/EUCH, aber vielen fällt das um Hilfe bitten schwer. Seid feinfühlig, sensibel und schenkt den Eltern Eure Freundschaft.